Geschäftsordnung

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Mitteilung

Das Klinische Ethikkomitee des Universitätsklinikums Erlangen hat sich auf seiner Sitzung am 31.07.2002 folgende Geschäftsordnung gegeben und sie am 07.01.2015 überarbeitet:

Geschäftsordnung des Klinischen Ethikkomitees des Universitätsklinikums Erlangen

§ 1 Status

Das Klinische Ethikkomitee (KEK) ist eine Einrichtung des Klinikums der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Es wurde auf Initiative des Klinikumsvorstands und nach Vorarbeit des Arbeitskreises "Ethik im Klinikum" gegründet. Seine Mitglieder sind bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unabhängig und an Weisungen nicht gebunden. Sie sind nur ihrem Gewissen verantwortlich und unterliegen der Schweigepflicht.

§ 2 Zielsetzung

Das KEK versteht sich als Plattform für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen des klinischen Alltags. Dazu gehören sowohl patientenbezogene Einzelfallentscheidungen als auch organisationsethische Fragen.
Die Methodik der Auseinandersetzung des KEK mit ethischen Fragestellungen hat diskursiven Charakter. Dieser dient dem Ziel, durch unterschiedliche Perspektiven verschiedener Berufsgruppen und Hierarchien zu einer möglichst ausgewogenen und fundierten Wertentscheidung zu kommen. Dabei bemüht sich das KEK um Konsens.

Patientinnen und Patienten gibt das KEK die Gewissheit, dass ethische Konflikte im Universitätsklinikum ernst genommen und von möglichst vielen verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Darüber hinaus soll durch die neu geschaffenen Strukturen die Auseinandersetzung mit ethischen Problemen zum festen Bestandteil der Patientenversorgung werden. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Universitätsklinikums bietet das KEK die Möglichkeit, eine Orientierungshilfe für die eigene Entscheidung einzuholen.

§ 3 Zusammensetzung

Das KEK setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Berufsgruppen und Arbeitsbereiche des Universitätsklinikums sowie externen Fachleuten zusammen. Um eine diskursive Arbeitsweise des KEK zu ermöglichen, soll die Anzahl der Mitglieder zwanzig nicht überschreiten. Die Beteiligung möglichst vieler verschiedener Berufsgruppen im KEK ist für die breite Akzeptanz und Vernetzung unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Universitätsklinikums wichtig. Außerdem trägt sie dem interdisziplinären Charakter von Medizinethik Rechnung. Die Mitglieder haben nicht die Aufgabe, berufsgruppenspezifische Interessen zu vertreten. Sie stehen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums als Ansprechpartner zur Verfügung. Zu diesem Zweck werden die Namen der Mitglieder in geeigneter Weise bekannt gemacht. Bei Bedarf können Stellvertreter bestimmt werden.
Die Mitglieder werden vom Klinikumsvorstand für die Dauer von drei Jahren berufen. Eine erneute Berufung ist zulässig, Nachnominierungen insbesondere bei vorzeitigem Ausscheiden von Mitgliedern sind möglich.

Das KEK wählt aus seiner Mitte für jeweils drei Jahre eine/n Vorsitzende/n. Die Moderation und die Geschäftsführung erfolgt durch die Professur für Ethik in der Medizin. Der Klinikumsvorstand stellt hierfür die erforderlichen Personal- und Sachmittel zur Verfügung.

§ 4 Aufgaben

Die wesentlichen Aufgaben des KEK sind Klinische Ethikberatung, Leitlinienentwicklung und Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums.

1. Klinische Ethikberatung

Das KEK bietet in Zusammenarbeit mit der Professur für Ethik in der Medizin allen Kliniken und Abteilungen des Universitätsklinikums Klinische Ethikberatungen an. Mit der Durchführung der Klinischen Ethikberatung beauftragt das KEK die Mitglieder der Arbeitsgruppe "Ethikberatung" und die Mitarbeiter der Professur für Ethik in der Medizin. Bei Bedarf können auch andere Mitglieder des KEK hinzugezogen werden. Die Ethikberatung wird grundsätzlich auf Anfrage tätig.

Ziel der Klinischen Ethikberatung ist es, in schwierigen klinischen Entscheidungssituationen die für den Patienten beste Behandlungsentscheidung zu finden, und diese ethisch fundiert und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu begründen. In diesem Prozess übernimmt der Klinische Ethikberater die Aufgaben der Moderation und ethischen Analyse. Die Entscheidung und die damit verbundene Verantwortung bleiben bei den behandelnden Ärzten bzw. dem Behandlungsteam. Jede Ethikberatung wird in geeigneter Form dokumentiert. Das KEK wird über den Verlauf und den Ausgang der Fallbesprechungen unterrichtet.

2. Leitlinienentwicklung

Bei sich wiederholenden ethischen Fragestellungen im Rahmen der Klinischen Ethikberatung kann das KEK Leitlinien formulieren. Darüber hinaus können Leitlinien zu ethischen Themen erarbeitet werden, die für das Klinikum als Institution relevant sind.
Die ethischen Leitlinien sollen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Universitätsklinikums eine orientierende Hilfestellung geben. Den Patienten und ihren Angehörigen dienen sie als Anhaltspunkt für Werte, denen das Klinikum als Institution besondere Bedeutung beimisst.
Die vom KEK erarbeiteten ethischen Leitlinien werden dem Klinikumsvorstand zugeleitet.

3. Fort- und Weiterbildung

Im Auftrag des Universitätsklinikums führt das KEK in Kooperation mit der Professur für Ethik in der Medizin Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen zu ethischen Themen in Medizin und Pflege durch. Dieses Angebot richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums.

§ 5 Arbeitsweise

Die Sitzungen des KEK finden in der Regel monatlich statt. Die Termine werden von den Mitgliedern zu Beginn des Kalenderjahres festgelegt.
Alle Mitglieder erhalten rechtzeitig vor jeder Sitzung eine Einladung, die einen Vorschlag für die Tagesordnung enthält.

Über jede Sitzung wird von der Geschäftsführung ein Protokoll erstellt, das allen Mitgliedern zeitnah zugestellt wird.

Das KEK kann zur Beratung und Fortbildung seiner Mitglieder auswärtige Fachreferenten einladen sowie andere geeignete Maßnahmen ergreifen.

Außerhalb der AG Ethikberatung bildet das KEK zur Erarbeitung von Einzelthemen nicht-permanente Arbeitsgruppen. Diesen können neben Mitgliedern des KEK auch beratende externe Fachleute angehören; sie sind auf ihre Schweigepflicht hinzuweisen.
Die Arbeitsgruppen berichten dem KEK über ihre inhaltliche Arbeit. Beschlüsse
und Empfehlungen können nur durch das KEK als Ganzes gefasst werden.

§ 6 Beschlüsse

Das KEK ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend sind.
Wird kein Konsens erreicht, entscheidet die einfache Mehrheit. Bei Stimmengleichheit
gilt ein Antrag als abgelehnt. Minderheitenvoten können dokumentiert werden.

Diese Geschäftsordnung wurde auf der 7. Sitzung des KEK am 31.07.2002 beschlossen und in der Sondersitzung am 07.01.2015 modifiziert. Eine Änderung der Geschäftsordnung bedarf einer 2/3-Mehrheit der Mitglieder.

Erlangen, den 28.01.2015 [in der 136. Sitzung des Ethikkomitees angenommen]
Vorsitzender      Geschäftsführung    Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees